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"2. Juni 1967"
"2. Juni 1967"
- Mediabook 1 -
1. Mediabook:
»2. Juni 1967«
Am 2. Juni 1967 wird während der Proteste gegen den Schah-Besuch aus Persien der Student
Benno Ohnesorg von dem Polizisten Karl-Heinz Kurras erschossen.Während für die Rebellierenden der Schah von Persien ein Folterkaiser und ein Ausbeuter des iranischen Volkes war, war er für die politische und gesellschaftliche Elite der BRD ein willkommener Bündnispartner. Ohnesorg ist der erste Tote der außerparlamentarischen Opposition,die sich seit Mitte der 60er Jahre gegen die Nachkriegsordnung der Bundesrepublik Deutschland aufgebaut hat. Sein Tod ist für viele eine Erschütterung, aus der heraus sich eine neue Politisierung ergibt.
Hinter den Polizisten Kurras stellen sich der größte Teil der politischen Elite, die Springer Medien sowie Polizei und Justiz. Sie können sich der Zustimmung eines erheblichen Teils der BRD-Bevölkerung sicher sein. Für die außerparlamentarische Bewegung belegt dies die Gewaltbereitschaft des restaurierten kapitalistischen Staates, der außenpolitisch die Völkermordstrategie der USA in Vietnam mit seinen Mitteln genauso unterstützte wie den Kampf gegen die antikolonialen Befreiungsbewegungen in der sogenannten dritten Welt. Der 2. Juni 1967 gehört zu den Schlüsselereignissen einer ganzen Generation und hat ihre Politisierung beschleunigt. 2009 wird bekannt, daß der Schütze Karl-Heinz Kurras zugleich Stasi-Agent war. Das Buch erinnert an die außerparlamentarische Bewegung und verwirft die Behauptung, daß die Geschichte der 68er-Bewegung umgeschrieben werden muß.
Mit Texten von: Uwe Soukup, Karl-Heinz Roth und Karl-Heinz Dellwo
Die Filme:
"2 Juni 1967", 1967, ca. 47 min, Regie: Thomas Giefer und Hans-Rüdiger Minow
Thomas Giefer und Hans-Rüdiger Minow gehörten Ende der sechziger Jahre zur Gruppe jener politischen Dokumentaristen, die die Aktionen der APO filmisch begleiteten.
Ihr Film „2.Juni 67“schildert detailliert die studentischen Protestaktionen um den Besuch des persischen Schahsin Westberlin, die am Abend des 2. Juni zur Erschießung Benno Ohnesorgs durch den Staatsschutzbeamten Kurras führten. Giefers und Minows Film diente auch dem studentischen Ermittlungsausschuß, der sich nach der Ermordung Benno Ohnesorgs konstituierte, als Beweismaterial für den Notstandseinsatz der Westberliner Polizei, die mit dem Segen des SPD-Senats mit bürgerkriegsmäßigem Einsatz gegen die Demonstranten vorging.
Giefers und Minows Film gehört heute zu den wichtigsten Dokumenten der Bewegung der 68er und ist bis heute eines der wichtigsten Dokumente des beginnenden Widerstands in der BRD.
"Polizeistaatsbesuch", 1967, ca. 44 min, Regie: Roman Brodmann
Roman Brodmann, ein Schweizer Dokumentarfilmer, gehörte mit 47 Jahren nicht zur Studentenbewegung der sechziger Jahre. Wegen seiner sozialkritischen TV-Reportagen mußte er 1963 das Schweizer Fernsehen verlassen und wechselte als freier Regisseur zum Süddeutschen Rundfunk.
Sein später mit dem Grimme-Preis ausgezeichneter Film war ursprünglich als Feature für die Reihe „Zeichen der Zeit“ geplant, er sollte - so der Pressetext damals - „das Drum und Dran eines Staatsbesuchs" zeigen, "einen Katalog der Begleiterscheinungen dieser auswendigen Zeremonielle“. Entstanden ist dabei dann Dank der Regie Brodmanns die Chronologie einer minutiös geplanten Notstandsübung, die im Tod Benno Ohnesorgs gipfelte.
Brodmanns Film beschränkt sich nicht auf die Proteste in Westberlin, sondern dokumentiert Tag für Tag den Ausnahmezustand, in dem die BRD sich während des Schah-Besuchs befand. Der als sogenannter „Schmunzelbeitrag“ konzipierte Film wurde zu einem Zeitdokument deutscher Zustände.
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