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Karin Guth "Z 3105"

Verlag VSA Verlag
Art.Nr. 102056
18,80€ 10,00€
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Noch immer nimmt der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma nur einen randständigen Platz in der politischen Erinnerungskultur ein. Umso wichtiger sind Lebensgeschichten wie die von Walter Winter. Der heute 89-jährige wächst als Sohn eines Pferdehändlers in Ostfriesland auf, wird zu Kriegsbeginn in die Wehrmacht eingezogen, aber nach zwei Jahren "aus rassenpolitischen Gründen" entlassen und – während der Zwangsarbeit in der Kriegswirtschaft – nach Auschwitz deportiert. Er überlebt das Grauen nur, weil ehemalige Wehrmachtsangehörige im Herbst 1944 mit ihren Familien nach Ravensbrück und Sachsenhausen gebracht werden. Kurz vor der Befreiung wird Winter als Zwangssoldat in der SS-Division Dirlewanger eingezogen, kann aber in den Wirren der letzten Kriegswochen flüchten.

Nach dem Krieg baut er sich mit seiner Familie in Norddeutschland eine neue Existenz als Schausteller auf. Sein Engagement für die Aufarbeitung des Völkermords und für die Anerkennung des Unrechts, das Sinti und Roma auch noch in der Nachkriegszeit widerfahren ist, wurde 2008 mit dem Bundesverdienstkreuz honoriert.

Seine Erinnerungen, die Karin Guth als einfühlende Erzählerin aufbereitet hat, werden aus der Ich-Perspektive des Auschwitz-Überlebenden erzählt. Ein Abriss über Geschichte und Gegenwart der Sinti und Roma in Deutschland und eine Chronologie der Verfolgung in der NS-Zeit ordnen die Lebensgeschichte in einen größeren Kontext ein.


Mängelexemplar
240 S.
Softcover