Saul Bellow "Mr. Sammlers Planet"

Art.Nr. 075785
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1964 erschien Herzog in den USA, 1970 veröffentlichte der 55jährige Romanschriftsteller Saul Bellow Mr. Sammlers Planet.
In dem neuen Roman ist der Nachfolger von Professor Herzog ein in New York lebender europäischer Intellektueller, der sich über unseren Planeten und seine Zukunft Gedanken macht, sich aber auch für menschliche Phänomene seiner unmittelbaren Umwelt interessieren muß. Als Jude in Krakau geboren, in den 20er und 30er Jahren Journalist in London, wird Arthur Sammler als Überlebender eines KZs in Polen zusammen mit seiner Tochter nach dem Krieg von einem Verwandten, Elya Gruner, nach New York geholt. Dort lebt er zu Beginn des Romans seit Jahren, zurückgezogen in einer Wohnung an der Upper West Side, widmet sich seinen philosophischen Studien, betreut von Margot, einer geschwätzigen Nichte, sehr darauf bedacht, sich eine Insel des Friedens zu erhalten innerhalb einer Welt, in der er sich nicht immer zurechtfindet. Aber diese Welt stöbert ihn auf mit ihren Menschen und Problemen, zwingt ihn zur Teilnahme, zum Mitleiden, zur Rechenschaft. Drei Ereignisse vor allem machen ihn zum unwilligen Mitspieler: Eine Gastvorlesung, die er vor linken Studenten an der Columbia-Universität hält, eine groteske, demütigende Situation, in die ihn ein Taschendieb drängt, den er beobachtet hat, die Entdeckung, daß seine exzentrische Tochter Shula einem indischen Wissenschaftler ein Manuskript gestohlen hat. Der Diebstahl bringt Mr. Sammler in schwere Bedrängnis, führt aber auch zu Bekanntschaft, ja Freundschaft zwischen ihm und dem rechtmäßigen Besitzer des Manuskriptes, und zu einer Diskussion über Sinn und Wert der Monderoberung für die Menschheit. Diese Ereignisse und ihre Folgen bringen Verwicklungen in Mr. Sammlers ruhiges Leben. Die Ahnung, daß sein Beschützer und Gönner, Elya Gruner, vom Tode gezeichnet ist und ihn braucht, bedrückt ihn. Die Begegnungen mit den jüngeren Gruners, Wallace und Angela – Kinder dieser Zeit – ihr Verhalten und ihre Bekenntnisse alamieren ihn, kommen ihm ebenso chaotisch vor wie seine Eindrückt auf den Spaziergängen über den Broadway. Immer wieder unterbrechen diese individuellen Probleme Sammlers Sorgen über das Schicksal des Menschen auf diesem seinem oder anderen Planeten. Dennoch nimmt er daran mit beharrlicher Neugier, mitleidend und dem Verlangen zu verstehen, teil.


Verlag Volk und Welt, 1989
311 S.