Pieter Siemsen "Der Lebensanfänger"

Art.Nr. 172130
8,00€
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Erinnerungen eines anderen Deutschen - Stationen eines politischen Lebens:
Weimarer Republik - Nazi-Deutschland - Argentinien - DDR - BRD.
Autobiographie.

Pieter Siemsen, geb. 1914, entstammt der bekannten Familie Siemsen: Die Geschwister August (Pieters Vater) und Anna Siemsen, 1928–1930 bzw. 1930–1932 Reichstagsabgeordnete, waren in den Weimarer Jahren aktive linke Sozialdemokraten, die sich 1931 der Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP) angeschlossen hatten; ebenso ihr Bruder Hans, Schriftsteller, der u. a. an Ossietzkys “Weltbühne” mitwirkte. Pieters Jugend war von dieser politischen Familie geprägt, linkssozialistische Überzeugungen begleiteten ihn sein Leben lang.
1933 mußten die Siemsens emigrieren – und mit ihnen schließlich auch Pieter. Argentinien wurde ihm eine zweite Heimat und prägendes Erlebnis. Die Rückkehr erfolgte 1952 über Westdeutschland und Westberlin mit dem ersehnten Ziel “sozialistische DDR”, das aber erst 1954 erreicht war, weil diese ihn, wie sich herausstellen sollte, gar nicht haben wollte ... Hier war er vorwiegend als Journalist und Übersetzer tätig. Ein kritischer Zeitzeuge des schließlich nicht realisierten sozialistischen Versuchs, stets begleitet vom “Entsetzen der Vergangenheit” und “geblendet vom Stern der Hoffnung”, folgte er dem Leitgedanken: Wer zu großen Zielen unterwegs ist, darf sich an “kleinen Dingen” nicht stoßen.
Zwischen diesen Lebensstationen lagen unzählige Begebenheiten und Begegnungen. Vor allem von Letzteren berichtet dieses Buch. Neben Auskünften über bekannte Persönlichkeiten – solche über Land und Leute in Argentinien, über die dortige jüdische und deutsche Emigration, über politischen und beruflichen Einsatz, über persönliche Höhepunkte und Niederlagen ...Pieter Siemsen ist im Juni 2004 verstorben.


trafo Verlag, 2000
247 Seiten