Walter Fischer "Kurze Geschichten aus einem langen Leben"

Art.Nr. 567374
3,00€
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Lebenserinnerungen des österreichisch-kommunistischen Arztes und Journalisten: In den "kurzen Geschichten" schildert Walter Fischer lebendig und anschaulich seine Jugend, die ersten Jahre als junger Arzt und wie er das Massenelend der Arbeitslosen erlebte. Er ist ein scharfäugiger aber niemals herzloser Beobachter seiner Mitmenschen. Den Untergang Wiens hat er treffend dargestellt, ebenso wie das eigenartig altertümliche Leben in der wolgadeutschen Sowjet-Republik. Im spanischen Bürgerkrieg erlebt er, wie unterschiedlich die verschiedenen Nationalitäten mit dem Kriegsgrauen umgehen. Der Band schließt mit Aufzeichnungen seiner politischen Tätigkeit nach dem Krieg.

Textprobe

Das Nebeneinander von mehr als fünfzig Nationen in den Internationalen Brigaden bot reichlich Gelegenheit, verschiedene nationale Besonderheiten zu beobachten. Jeder unserer Frontärzte wußte, daß ein spanischer Verwundeter seinen Gefühlen freien Lauf ließ. Sein jammerndes 'O madre mía' war die regelmäßige Begleitmusik zur willig ertragenen Wundbehandlung. Die Franzosen wieder fluchten, wenn sie von Schmerzen geplagt wurden, mit unerschöpflicher Erfindungsgabe. Anders die Engländer. Mit zusammengebissenen Zähnen ertrugen sie jeden Schmerz, ohne einen Laut von sich zu geben. Wenn aber die Grenze des Erträglichen überschritten war, dann verloren sie das Bewußtsein und brachen zusammen...

Persona Verlag, 1986

210 Seiten
mit 10 Fotos