CD "Murder"

Verlag Trikont
Art.Nr. 436021
8,99€
Menge
 
Songs From The Dark Side of The Soul.

Songs about Murder and Crime in Blues, Hillbilly, Jugband-Music, Calypso, R&B and Tin Pan Alley.

Herausgegeben von Christoph Wagner & Keith Chandler (BBC).

Geldgier, Eifersucht, sexuelle Begierden, Schuld und Macht waren Motive für Mordtaten von Anbeginn der Menschheit. Seit Kain und Abel haben Mordgeschichten die Vorstellungskraft der Menschen aufgewühlt. Erzählungen, die zuerst mündlich zirkulierten, wurden bald niedergeschrieben und als religiöse Texte, Volksmärchen, regionale Sagen und Legenden verbreitet – oft in Form von Groschen-heften als billige Straßenliteratur.
Später hielten diese Geschichten Einzug in das Repertoire von Hillbillysängern, Bluestroubadouren, Jugbands und Calypso-Entertainern, die sie ab den 1920er Jahren auf Schallplatten bannten, wobei laufend neue Mörderballaden ins Repertoire aufgenommen wurden, von denen in der Zeitung zu lesen war oder die jemand erzählte. Auf dieser CD „Murder“ versammeln sich Songs von der Nachtseite des Lebens. Lieder von brutalen hinterhältigen Verbrechen, von wahnsinnigen Mördern und unschuldigen Opfern. Die Motive bleiben oft unklar, die schlimme Tat allerdings eindeutig. Die idyllischen Landschaften in denen sich das Verbrechen abspielt, passen meist so gar nicht zu der Tragik und dem Grauen der Taten und steigern die Abscheulichkeit der besungenen Greueltaten. Immer wieder geht es aber auch um Balladen über „Outlaws“, die durch ihre Untat die Verbrechen an den Armen rächten. Schöne Stimmen – wunderbare Musik – grausame Texte.

Nicht nur auf der Opernbühne wird gerne und ausgiebig gestorben, auch in anderen Genres erfreut sich das gewollte oder ungewollte Ableben einer ungebrochenen Beliebtheit. Der verwerflichsten und darum wohl auch faszinierendsten Variante hat jetzt das Münchner Trikont-Label einen ganzen Sampler gewidmet.

Darauf zu hören sind Folk-, Jazz- und Blues-Songs aus den 20er bis 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts, die uns die ganze Bandbreite dieser „mörderischen dunklen Seele“ präsentieren. Macht- und Geldgier, Neid und Hass, und natürlich immer wieder Eifersucht werden hier besungen als Motive für die fiktiven und gelegentlich auch realen Morde. Und wüsste man es nicht besser, so würde man den oftmals wunderbar harmlosen Liedchen gar nicht anmerken, um was es geht.

Die Auswahl enthält dabei neben einigen der großen Namen auch viel Unbekanntes und Entdeckens wertes. So etwa Jimmie Rodgers und die Stanley Brothers als Folk- und Bluegrass-Pioniere, den „Lord Executor“ aus Trinidad mit seiner Geschichte von den „Sieben Skeletten im Hof“ oder auch als besonderes Schmankerl den Blues-Sänger Blind Boy Fuller, der wirklich versuchte, seine Frau zu erschießen – sie aber dann doch nur am Bein traf. Zudem gibt’s einige Klassiker wie Bessie Smiths trotzig-stolzes Plädoyer, sie auf den elektrischen Stuhl zu schicken, oder Billie Holidays bittere Anklage gegen die weiße Lynchjustiz in „Strange Fruit“.

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