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Sophia Deeg/Hermann Dierkes (Hg.) "Bedingungslos für Israel?"

Art.Nr. 643627
19,80€ 8,00€
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Positionen und Aktionen jenseits deutscher Befindlichkeiten.


Vor dem Hintergrund des Holocaust ist das Verhältnis zwischen Israel und Deutschland seit
jeher ein besonderes. Wer dieses Verhältnis thematisiert oder gar infrage stellt, begibt sich politisch auf dünnes Eis.
Dahin wagen sich die Autoren dieses Bandes. Zu Wort kommen israelkritische Intellektuelle, Friedensaktivisten und
Politiker der LINKEN.
Den Aufhänger bildet das politische Schicksal des Mitherausgebers Dierkes. Der Vorsitzende
der Ratsfraktion DIE LINKE Duisburg ging nach eigener Einschätzung als aussichtsreicher
Kandidat ins Rennen um die Wahl zum Oberbürgermeister der Stadt Duisburg, ehe ihm seine
vehemente Kritik an der israelischen Bombardierung Gazas im Winter 2008/09 zum Verhängnis geworden sei.
Der von der Westfälischen Allgemeinen Zeitung lancierte und von BILD, Tagesspiegel und Deutschlandfunk aufgegriffene
Antisemitismusvorwurf habe ihn aller Chancen beraubt, so der Vorwurf.
Im Unterschied zu anderen Ländern im nordatlantischen Raum sei es in der Bundesrepublik
nämlich kaum möglich, so der Grundtenor der Beiträge mit innenpolitischem Fokus, zwischen
einer bedingungslosen Unterstützung des Staates Israel und einer besonderen Verantwortung
gegenüber dem jüdischen Volk zu trennen. So versteht sich der Band als eine Kritik am totalen Kritikverbot Israels
respektive als Kritik an der „gnadenlosen Diffamierung jeglicher Kritik“ (15) der außen- und sicherheitspolitischen Maßnahmen Israels,
die nach Einschätzung der Herausgeber einem „Apartheidsystem“ (12) gleichkämen.
In einer liberalen Demokratie kann das Ziel der Autoren als ein legitimes und wichtiges Anliegen gesehen werden, zumal Israel
die Resolutionen der Vereinten Nationen seit Jahren missachtet. Allerdings ignorieren die Autoren, die ein umfassendes
Selbstbestimmungsrecht für Palästina einfordern, dass dieser Schritt die Sicherheitsinteressen Israels bedrohen könnte.
Ohne praktikable und verlässliche Lösungen für dieses Problem wird jede weitere Friedensinitiative erfolglos bleiben.


224 S.