Werner Pirker "Dialektik der Konterevolution"

Verlag Promedia Verlag
Art.Nr. 000411
17,90€
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Mit einem Vorwort von Arnold Schölzel

Der Kärntner Autor und Marxist Werner Pirker (1947–2014) hat den Zusammenbruch der sozialistischen Staatenwelt publizistisch intensiv begleitet und wie kaum ein anderer im deutschsprachigen Bereich systematisch analysiert. Von 1986 bis 1991 Moskau-Korrespondent der Wiener „Volksstimme“, erlebte er den Durchmarsch des Kapitalismus in der Sowjetunion hautnah. Seine Erfahrungen vor Ort und seine Analyse sowohl der äußeren wie der inneren Faktoren des Zusammenbruchs ließen ihn die konterrevolutionäre Dimension des Geschehens erkennen. Ihre Folgen haben sein politisches Denken geprägt.

Von 1994 bis zu seinem Tod im Januar 2014 bestimmte Werner Pirker mit seinen Beiträgen maßgeblich das politische Profil der in Berlin erscheinenden Tageszeitung „junge Welt“. Ob Kommentar, Analyse, Reportage, Interview oder die Kolumne „Schwarzer Kanal“ – ein von ihm besonders gepflegtes Genre der Kritik bürgerlicher Publizistik: Pirker, in historischer Dialektik geschult, zerlegte in seinen Texten mit scharfem Verstand und in äußerst präziser Diktion den Ungeist der neuen Weltordnung.

Pirker sprach im Zusammenhang mit der brutalen Durchsetzung der Restauration von „Völkerrechtsnihilismus“ – ein von ihm geprägter und seither geläufig gewordener Begriff. Vorzugsweise nahm er sich „antideutsche“ Mitläufer vor, die er als „bellizistische Vorhut“ der Menschenrechtskrieger enttarnte. Und Pirker rückte auch im Alter nicht wie viele seiner Weggefährten von einer Gegnerschaft zur US-Politik ab, deren ideologische Hintergründe er als „Zersetzung der Vernunft“ ansah.

„Seine Arbeiten enthalten ein Kompendium über linke Esoterik, insbesondere die Vorstellung, den Sozialismus mit Hilfe des Imperialismus und dessen politischem und geistigem Fußvolk einzuführen“, heißt es im Vorwort von jW-Chefredakteur Arnold Schölzel, der Pirker in der Tradition bekannter Autoren des 1848er-„Vormärz“ sieht.

In vier Kapiteln (Revolution und Konterrevolution, Von Krieg zu Krieg, Weltproblem Nahost, Die neoliberale Internationale) untergliedert, präsentiert das Buch eine Auswahl von Werner Pirkers in der „jungen Welt“ erschienenen Schriften. Ein Gespräch mit der Redaktion „Schattenblick“ aus dem Jahr 2013 über sein politisches Selbstverständnis rundet den Band ab.

Werner Pirker, geboren 1947 in Feldkirchen/Kärnten, war von 1975 bis 1991 Redakteur der „Volksstimme“. Jahrelange Korrespondententätigkeit in Moskau. Ab 1994 bei der Berliner Tageszeitung „junge Welt“, zwischen 1997 und 2000 deren stellvertretender Chefredakteur. Seit 2000 arbeitete Pirker als freier Journalist in Wien vor allem für die Tageszeitunhg junge Welt.

224 Seiten