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et al. "Wenn die Toten erwachen"

Verlag LAIKA
Art.Nr. 819866
14,90€ 6,00€
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Die Riots in England 2011.

Aus der Reihe: laika diskurs.

Im August 2011 standen in London-Tottenham – wie in den Pariser Banlieus einige Jahre zuvor – ganze Straßenzüge in Flammen. Die Medien reagierten hier wie dort mit den Verdikten Mob und Pöbel zur Kennzeichnung derjenigen, die angesichts ihrer persönlichen Perspektivlosigkeit nur noch die Perspektive des Amoks entwickeln konnten, um ihrer Lage Ausdruck zu verleihen.

Der Begriff Mob ist aus dem lateinischen mobile vulgus = unkontrollierbare Voksmenge entlehnt, so wie Pöbel aus dem lateinischen pobulus das gemeine Volk bezeichnet. Dieser – bar jeder Denunziation sich verstehende – Mob, dem man die Sprache genommen und die Hoffnung auf ein anderes, besseres Leben gestohlen hat, reagierte nun mit unmittelbarer Gewalt. Die Tragik liegt nicht in dieser Äußerung der Gewalt, sondern im Ort an dem sie sich vollzog. Nicht Chelsea, Belgravia und die City of London standen in Flammen, sondern die zu Slums verkommenen Quartiere der Verelendeten selbst. Die Freude über den Götterfunken war verfrüht, denn er hatte seinen Ort noch nicht gefunden. Das könnte bald anders  werden, denn die schweigende Mehrheit in ganz Europa bekommt allmählich einen Begriff ihrer tatsächlichen Lage.

Zwar hat die französische wie englische Bourgeoisie mit drakonischer Verfolgung und ebensolchen Strafen auf dieses  kurze Aufflackern einer noch sprach- und ziellosen Revolte reagiert, der Funke in den Metropolen Europas glimmt jedoch noch und kann schon bald zu einem Flächenbrand werden, der die Kathedralen des Kapitals nicht nur in London zu leuchtenden Fackeln macht.


184 S.