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Stefan Bollinger (Hg.) "Imperialismustheorien"

Verlag Promedia Verlag
Art.Nr. 456759
12,90€ 6,00€
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Historische Grundlagen für eine aktuelle Kritik.
Seit dem Untergang der Sowjetunion und des kommunistischen Systems im "Ostblock" war nicht mehr viel von Imperialismus zu hören. Der Krieg der USA gegen den Terror sowie der US-Angriff auf den Irak haben die kritischen Geister indes wieder hellhörig gemacht. Der Ruf nach einer konsis-tent antiimperialistischen Kritik wird laut. Es ist höchste Zeit, genauer nach Fakten und Theorien zu fragen, die im 20. Jahrhundert dem Kapitalismus in den Metropolen, seiner Politik und vor allem seiner Wirtschaft das Etikett Imperialismus verpassten. Der vorliegende Reader soll jene Analysen linker Theoretiker in Erinnerung rufen, die zu Beginn des vorigen Jahrhunderts die imperialistische Expansion vor allem Englands und Deutschlands gegeißelt haben. Textstellen klassischer Autoren werden vom Herausgeber kommentiert und in ihren historischen Kontext gestellt.

Im Unterschied zur heute gängigen Lehrmeinung, der Imperialismus betreffe nur eine kurze Periode am Vorabend des Ersten Weltkriegs, wirkten ökonomische und geopolitische Tendenzen längerfristig. Es ist wohl auch kein Zufall, dass am Beginn der Entwicklung der Imperialismustheorien die Kriege der USA gegen Spanien (1898), der Burenkrieg (1899-1902) und vor allem der Erste Weltkrieg standen. 100 Jahre später hat der von den USA ausgerufene umfassende Krieg gegen den Terror eine neue Etappe des Imperialismus eingeleitet. Die Tatsache, dass US-Truppen im Jahr 2004 in 45 Staaten dieser Welt stationiert sind, spricht eine deutliche Sprache. Aber auch in EU-Europa brechen mit den Petersberger Aufgaben und der EU-Osterweiterung neue, imperialistische Zeiten an.

So unterschiedliche Denker und Politiker wie John Hobson, Rudolf Hilferding, Wladimir I. Lenin, Nikolaj Bucharin, Karl Kautsky und Rosa Luxemburg haben um 1914 Grundzüge einer Imperialismustheorie erarbeitet. Mit dem vorliegenden ersten Band der "Edition Linke Klassiker" macht der Herausgeber klassische Texte und Kontroversen wieder zugänglich. Nur so werden Parallelen wie Unterschiede der Epoche in der Zeit des Ersten Weltkriegs und des aktuellen Kriegs gegen den Terror deutlich. Die klassischen linken Imperialismustheorien suchten immer nach den Widersprüchen im herrschenden Block und nach Konsequenzen für eine dagegen gerichtete, damals zumindest bei Lenin und seinem Umfeld "revolutionär" verstandene Politik. In diesem Sinne kann die Beschäftigung mit den Klassikern der Imperialismustheorien auch als Denkanstoß zum Begreifen aktueller Fragen verstanden werden.


Mängelexemplar
176 Seiten