Albert F. Reiterer "Der Euro und die EU"

Verlag pad-Verlag
Art.Nr. 862849
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Zur Politischen Ökonomie des Imperiums.

Eines vorweg: Die Europäische Union wird nicht zuletzt auch als ein Friedensprojekt angesehen. Zumindest hat die EU respektive deren Vorgängerorganisationen dafür gesorgt, dass der Frieden zwischen europäischen Staaten bewahrt werden konnte. Beziehungsweise bis heute Kriege untereinander eigentlich für unmöglich gehalten werden. Ein Rückblick auf die Geschichte scheint dieser Einschätzung recht zu geben. Schließlich haben wir seit Jahrzehnten Frieden in Europa. Klammern wir hier einmal den jugoslawischen Bürgerkrieg aus, weil die Beteiligten ja nicht zur EU zu zählen sind. Wenngleich die EU auch kein abseits stehender Player in diesem blutigen Konflikt gewesen ist.

Allerdings müssen wir uns dabei auch eingestehen, dass die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS – 1951) und die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG – 1957/58) – wie ja bereits aus den Bezeichnungen hervorgeht – ursprünglich zu ganz anderen Zwecken entstanden sind. Eingangs seines Büchleins „Der Euro und die EU – Zur Politischen Ökonomie des Imperiums“ erinnert uns der österreichische Sozialforscher Albert F. Reiterer dankenswerterweise daran, was am Anfang dessen stand, was wir heute als Europäische Union erleben. Das lässt uns besser verstehen welche Intensionen hinter diesem europäischen Sammlungsprozess standen. Aber auch welche teils gravierende Fehler auf diesem Weg warum gemacht worden sind. Keine Frage: Die Einführung der Gemeinschaftswährung Euro in wirtschaftlich eher schwächeren wie diesbezüglich außerordentlich starken Nationen bei gleichzeitigem Wegfall der Möglichkeit des Auf- bzw. Abwertens der früheren nationalen Währungen ist vielleicht der schwerste Fehler von vielen anderen auf vielfältige Weise ineinander greifenden. Die Gefahr des Zerfalls des Euros ist noch immer nicht gebannt, so dass letztlich auch das Projekt Europa (EU) bedroht ist. Gefährliche Nationalismen kemien seit Längerem. Ein Aufwind rechtspopulistischer Parteien ist festzustellen. Wir werden sehen, welche Auswirkungen das auf die Wahlen zum Europa-Parlament im Mai haben wird.


74 S.