Michael Mäde-Murray "Higgs Field"

Art.Nr. 049855
15,00€
Menge
 
Texte zur Kunst.

Der letztere Titel bezieht sich nicht auf Elementarteilchenphysik, sondern auf eine gleichnamige Skulptur des Bildhauers Alexander Polzin, die hier in drei Versionen aus Glas und Bronze abgebildet wird. Sie zeigt die einander zugewandten Köpfe zweier Figuren, offenbar einer männlichen und einer weiblichen, deren Rümpfe verschmelzen.
Mäde-Murray deutet das Werk vielfältig, immer neu Anlauf nehmend, schließlich an einer Stelle so: »Und immer hoffen dürfen, / Sich zu begegnen / In anderer Landschaft / Und neuer Gestalt.« Die Anstrengung, das Kunstwerk zu fassen, antizipiert Hoffnung.Der Band, der in schöner Klappbroschur gebunden und auf hochwertigem Papier gedruckt wurde, enthält neben Texten, die den Dichtern Jakob Reinhold Michael Lenz und Christoph Meckel gewidmet sind, »Fragmente zur Anatomie des Elends«. Es handelt sich um Gedichte zu Arbeiten der Malerin Heike Ruschmeyer, von denen drei hier ebenfalls reproduziert sind, darunter »Zimmer mit Aussicht« aus dem Jahr 2013. Mäde-Murray schreibt dazu: »Das Elend ist zurück / längst auch in diesen Breiten, / und breitet sich aus wie ein Geschwür. / Die Verwahrlosung, / siehst du, marschiert / dem Tod immer voraus.« »Elend«, »Verwahrlosung« und »Tod« des Autors sind offenkundig sowohl wörtlich als auch figurativ gemeint. Dennoch heißt es im letzten Gedicht des Bandes: »Und doch bleibt da / das Ding mit der Freundlichkeit und dem Künstler, / der auch nur ein Mensch ist. / Ein dialektisches Verhältnis, / jeden Tag / auf Messers Schneide / auf der Straße und im Atelier. / Arbeiten, am Leben bleiben: / So sehen unsere Siege / heute aus.«

( Auszug aus der Rezension von Arnold Schölzel in der jW vom 27.09.2021)

71 S.

6 Abb. (Werke von Heike Ruschmeyer und Alexander Polzin)
Broschur