Matthias Penzel "Objekte im Rückspiegel sind oft näher, als man denkt"

Verlag orange-press
Art.Nr. 256541
25,00€
Menge
 
Autos, Autos, Autos …

– „Objekte im Rückspiegel sind oft näher, als man denkt“ – und ein Buch über Autos, das diesen Titel führt, ist kein bisschen so, wie man denkt. Oder dann doch: Denn schon Roland Barthes bestand in seiner Mutter aller kultursemiotischen Analysen mit Witz und in lesbarer Prosa darauf, gegen das sich überall manifestierende „Selbstverständliche“ zu opponieren. Nicht, dass Matthias Penzel gleichmal opponieren möchte – das kriegen wir später, auch da frei nach Barthes, nach der „Feinanalyse“. Aber eine Kulturgeschichte des Autos derart unsystematisch zu schreiben, um das Systematische und das Systemische sichtbar zu machen, das ist alles andere als „selbstverständlich“. Witz und lesbare Prosa gehören bei Penzel dazu wie absolute Sachkompetenz und der weite, souveräne Blick aufs Große und Ganze. Von Thomas Wörtche

Natürlich kann man das Buch nicht nacherzählen. Mein weiß ja, grob gesehen, wie’s lief, seit Leonardo da Vinci, Carl Benz (an dessen Denkmal auf der Mannheimer Augusta-Anlage ich mein frühes Leben lang täglich vorbeigetrabt bin) und Gottlieb Daimlers Zeiten. Bis heute, bis SUV und Hybrid-Car. Wer so etwas ganz genau nachlesen will, der kann sich mit Gewinn an Kurt Mösers kapitales Werk: „Geschichte des Autos“ (mehr hier) von 2002 halten.

Wer allerdings das Automobil in allen möglichen und unmöglichen Kontexten, Vernetzungen, Assoziationen, popkulturellen Bezügen, politischen, sozialen und ästhetischen Parametern sehen möchte, also in einem Kaleidoskop der Perspektiven, Theorien und vor allem verschiedenen Praxen (vom Utilitarismus bis zum Fetischismus, sozusagen), wird sich an Penzels strukturiertem Mosaik festlesen bis zur sozialen Unverträglichkeit für Dritte. Wie kommen die Briten zum Linksverkehr? Wie genau sieht es mit peak oil aus? Was ist überhaupt peak oil? Was ist ein chelsea tractor? Wer fuhr zuerst einen zivilen Humvee, später bekannter als Hummer? Welche wirklich wichtigen Auto-Crash-Filme gibt es, und was hat sich Quentin-Tarantino bei „Death Proof“ möglicherweise gedacht und was eher nicht?


285 S.