Larissa Reissner "Oktober"

Verlag Promedia Verlag
Art.Nr. 755930
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Schnellsuche oktober, Russland, Afghanistan


Aufzeichnungen aus Russland und Afghanistan in den 1920er Jahren

Larissa Reissner ist 22 Jahre alt, als in Russland 1917 die Oktoberrevolution ausbricht. Geprägt von den sozialistischen Ansichten ihres Vaters, des Rechtsprofessors Michael Reissner, betätigte sie sich von Jugend an als Schriftstellerin, auch für revolutionäre Magazine. Nach der Revolution wird Reissner die erste Kommissarin der Roten Armee und kämpft gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem sowjetischen Flottenkommandeur Fjodor Raskolnikow, gegen die reaktionären Kräfte der »weißen« Armee. Sie schreibt auf, was sie an der Front erlebt, in einem reichen, lebendigen Stil, der aufgrund der Ereignisse oft in ein und demselben Satz zwischen Ironie und Dramatik wankt, zwischen Hoffnung und Zynismus, zwischen militärischer Beschreibung und menschlichem Empfinden. Vor allem letzteres zeichnet Reissners Texte aus.

Die am 13.5.1895 in Lublin geborene Larissa Reissner schrieb vorwiegend in deutscher Sprache. Sie war bürgerlicher Herkunft, studierte in Frankreich und Deutschland und gab 1914 mit ihrem Vater eine antimilitaristische Zeitschrift heraus, die erste revolutionäre Gedichte, Artikel und Satiren von ihr brachte. Später war sie Mitarbeiterin der von Maxim Gorki gegründeten Zeitschrift Letopis und – nach der Februarrevolution 1917 – bei der Zeitung Nowaja Schisn tätig. Nach der Oktoberrevolution war sie Kommissarin im Stab der Moskauer Garnison und der Roten Wolga-Kaspischen-Flottille. Reissner publizierte Reportagen über den Bürgerkrieg und die Anfänge des sozialistischen Aufbaus in der Sowjetunion (»Die Front«, 1924). Während der revolutionären Krise in Deutschland (1923) hielt sie sich in Hamburg und Berlin auf. Ergebnis dieser gesellschaftskritischen Studien war der Reportageband »Hamburg auf den Barrikaden« (Berlin, 1924; Neudruck 1960).

1924 reiste sie in Richtung Ural, erlebte dort den Aufbau des Sozialismus unter schwierigsten Bedingungen und berichtete darüber in »Kohle, Eisen und lebendige Menschen« (1925). 1925 erschien der Band »Oktober« mit ausgewählten Schriften, eingeleitet von Karl Radek. Larissa Reissner starb am 9.2.1926 in Moskau nach schwerer Krankheit.

 320 Seiten