Werner Seppmann "Es geht ein Gespenst um in Europa"

Verlag Mangroven Verlag
Art.Nr. 402286
20,00€
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Rechte Mobilisierung zwischen Populismus und Neofaschismus. Linke Alternativen.

Linke Erwartungen, dass die nun schon seit 2 Jahrzehnten währenden Krisentendenzen sich politisch niederschlagen würden, sind, wenn auch mit zeitlicher Verzögerung, eingetreten. Enttäuscht wurden jedoch die Hoffnungen, dass solche Reaktionen eine progressive Grundtendenz aufweisen würden. Denn die „Protestwähler“ sammeln sich hinter der Fahne einer angeblichen „Alternative für Deutschland“ (AfD). Viele Menschen bis in die „Mitte“ hinein sind sozial verunsichert oder fühlen sich zurecht „abgehängt“ und die rechtspopulistischen Kräfte haben es verstanden, den Eindruck zu erwecken, ein „offenes Ohr“ für die verbreiteten Sorgen und Ängste zu haben. Nicht weil praktikable Antworten auf die sozialen Probleme gegeben werden, sondern weil auf Grundlage an Boden gewinnender Irrationalismen identitätsstiftende Orientierungsschablonen vermittelt werden. So durch die Anknüpfung an vorhandene Ressentiments („Die Flüchtlinge bedrohen unser Sozialsystem“) und die Umlenkung von Abstiegsängsten auf „Sündenböcke“. Aktuell sind das nicht „die Juden“, sondern „die Islamisten“. Es wird nichts erklärt, aber den Menschen das Gefühl gegeben, etwas „verstanden“ zu haben. So dürftig die Parolen auch sind, eignen sie sich (vor allem auch, weil sie im gleichen Atemzug eine „Höherwertigkeit“ des Deutschtums assoziieren) dennoch dazu, den Verunsicherten eine Art „Perspektive“ zu geben und ein „Selbstwertgefühl“ zu vermitteln. Mit den Konzepten eines traditionellen Antifaschismus und mit anti-rassistischen Appellen (so wichtig sie auch sind!) sind solche Wirkungen nicht zu neutralisieren.


304 S.