Zeitschrift "Abwärts" (Nr. 28/2018)

Art.Nr. 167426
6,00€
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Herausgeber: Rumbalotte Prenzlauer Berg Connection
e. V. Redaktion: Charlotte Krafft, Robert Mießner, Bert Papenfuß, Kai Pohl, Stefan Ret, Kristin Schulz, Hugo Velarde, Karsten Wildanger.


Inhalt
2 BEWEISBILDER
Bert Papenfuß. Amphitheater in Prenzlauer Berg mit Zubringerzug.

3 DIE SCHILDKRÖTE HEKTOR
Giwi Margwelaschwili. Unser Dasein ist ein ewiges Weggehen und Wiederkommen. So wollten es die Götter und so wollte es Homer.

4 DAS MANIFEST DES ÜBERLEBENS ODER ANTIPOLITISCHES MANIFEST
Shpëtim Selmani (Übers.: Zuzana Finger). Die Geschichte ist widerlich. Sie ist ein Weg der Kriminellen zur Sonne.

6 SOUND AND VISION: JOYCE UND BOWIE
Rodney Sharkey (Übers.: Jürgen Schneider). Beide stellen die Tyrannei der konventionellen diachronischen Zeit in Frage – seien es der Alptraum der Geschichte oder Traditionen.

9 MEINE TOTEN DICHTER
Kristin Schulz. keiner wurde von einem auto erwischt / wie rolf dieter brinkmann in london und doch ist london eine stadt / in die ich nicht zurückkehren werde.

13 WAS KOMMT, GEHT AUCH WIEDER
Brigitte Struzyk. Der glatte Kapitalismus / Was für ein schwaches Wort / Für so viel.

13 QUELLOFFEN
Andreas Paul. Genossen, darf ich bitten? Diese Nacht / Sei locker und euphorisch hingebracht.

14 KNALL AM WIED / VARIETÉ PLUS
Kai Pohl. Viertakter plärren / Fontänen gleißen / Die erotischsten Musikvideos / Die stärksten Meerestiere.

15 „ES WAR SCHON IMMER DA, …“. DREI GEDICHTE
Michael Arenz. Es liegt auf der Straße, es liegt im Dreck, es liegt in der Einsamkeit und unserem letzten Blick.

16 HISTORIE VON DER GEBURT DES KOSOVO
Jeton Neziraj (Übers.: Zuzana Finger). All das geschah an einem Abend wie heute / Draußen Vogelgezwitscher, Hundegebell und das / Muhen der Kühe.

17 GEORGE WASHINGTON VON KOSOVO
Jeton Neziraj. Kosovo hat weltweit die meisten Tankstellen / pro Quadratmeter / Tankstellen und Schwimmbecken.

18 FELD DER EHRE
Lutz Heyler. Manni meinte jedenfalls, die NVA könne nicht einmal gegen das New Yorker Ghetto antreten.

23 DIE RUNDE SINGT IHR LIED
Ronald Galenza. gegenwart bleibt niemanden / erspart.

24 AMORE PLASTIK (FOLGE 7)
Charlotte Krafft & Leonhard Hieronymi. Unser Steuermann hört nicht mehr auf zu kichern.

28 EIN ERNSTER SPIELER. OLEG JURJEW (1959–2018)
Jörg Sundermeier. Er sprang aus der deutschen Literatur in die russische, machte Exkurse in die jüdische Literatur und lachte dann über die Katzen in Edenkoben.

29 L.I.T.
Jürgen Schneider. Breton hatte formuliert: „In der Kunst ist alles erlaubt, es sei denn, sie richtet sich gegen die proletarische Revolution.“ Trotzki streicht und kürzt: „In der Kunst ist alles erlaubt.“ Punkt.

RÜCKSEITE: ZU BECHERS GENESUNG
Andreas Paul. Wo soll es hin? Der Dünung eingelesen / Wird schwerer Schmerz. Die Welt kann nicht genesen.

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ABWÄRTS ist das Gemeinschaftsprodukt folgender Zeitschriften: Es beerbt die seligen Sklaven, den unregelmäßig erschienenen Nachfolger Gegner und integriert die floppy myriapoda (als „Subkommando für die freie Assoziation“), den politjournalistisch ausgerichteten telegraph, der dem katastrophalen Abbau ostdeutscher Ökonomie, Kultur und Identität seit 1989 – als Nachfolgeblatt der Ostberliner Umweltblätter – nachgeht, und den kulturpolitischen Almanach Zonic. Das neue literarisch-politische Periodikum wird seit März 2014 alle zwei Monate herausgegeben.

Der Name ABWÄRTS geht auf Franz Jung zurück. Die Autobiographie des Schriftstellers, Ökonomen und Politikers erschien unter den Titeln Der Weg nach unten (1961) und Der Torpedokäfer (1972), der Arbeitstitel des ersten Manuskriptes jedoch war Die Vögel und die Fische. 33 Stufen abwärts. Aus dem Leben eines Deutschen (Brief an Ruth Fischer vom 24. 1. 1947).

Im Mai 1994 erschien die erste Nummer der Sklaven, die gegen die damals wie heute um sich greifende Verunsicherung des gesellschaftlichen Bewußtseins ankämpfte. Diese „Revolte gegen die Lebensangst“ (Franz Jung: Fürchtet euch nicht …, 1960) zielte nach dem gescheiterten sozialistischen Impuls der Revolution von 1989/90 im Osten Deutschlands auf die Sammlung der zersprengten und vereinzelten Linken in Ost und West. Sie standen und stehen vor der erfahrbaren Tatsache, daß die entgrenzte kapitalistische Profitwirtschaft politische wie künstlerisch-literarische Demokratisierungsbestrebungen torpediert. Abwärts bleibt wehrhaft, stemmt sich gegen diese barbarische Maschine, nimmt diese Erkenntnis mit der aktuell nötigen Reife ernst.