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Broschüre "Exit!" (11_06/2013)

Art.Nr. 426577
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Krise und Kritik der Warengesellschaft.
Heft 11, 06/2013.


Zusammenfassungen

Roswitha Scholz
FEMINISMUS - KAPITALISMUS - ÖKONOMIE - KRISE

Feministische Ökonomiekritik ist seit dem Krisenschub in der zweiten Hälfte der 2000er Jahre wieder im Kommen. Der Text setzt sich aus wert-abspaltungskritischer Perspektive mit diversen ökonomiekritischen Ansätzen im Feminismus auseinander, die sich auf Marxsche Analysen beziehen. Dabei steht ein feministisch reformuliertes Verständnis des „prozessierenden Widerspruchs“ und der inneren Schranken des Kapitalismus im Zentrum. Es wird gezeigt, dass die verhandelten Theorien in einem immanenten, reformerischen Rahmen verbleiben. „Care“ etwa wird als utopisches Moment veranschlagt, ohne zu sehen, dass die „weiblich“ konnotierte Reproduktionsdimension dem kapitalistischen Patriarchat schon immer inhärent war und deshalb nicht einfach utopisch in die Zukunft verlängert werden kann. Nicht zuletzt stellt sich die Frage der Finanzierbarkeit von Care-Tätigkeiten, wenn die absolute Mehrwertmasse schmilzt, eine Tatsache, die - selbst wenn frau darum weiß - letztlich doch ignoriert wird. Ebenso wird deutlich gemacht, dass auch arbeitskritische und makrodimensional orientierte Konzepte im Feminismus mit kapitalistisch-patriarchalen Grundsätzen nicht wirklich brechen; stattdessen werden kapitalismuskonforme Lösungen gesucht, selbst wenn die Möglichkeit eines Verfalls des Kapitalismus - vor einigen Jahren noch undenkbar - eingeräumt wird. Prinzipiell sind derartige feministische Überlegungen anfällig für eine Vereinnahmung seitens der Krisenverwaltung im Zuge des „Kollaps der Modernisierung“ (Robert Kurz), der heute an allen Ecken und Enden sichtbar wird.

Robert Kurz
KRISE UND KRITIK II

Der zweite und letzte Teil des nachgelassenen Fragments, eine Propädeutik zur Krisentheorie und zur kategorialen Kritik, setzt sich mit den folgenden Themen auseinander: Dem Versuch, die radikale Krisentheorie bzw. ihre VertreterInnen qua Psychologisierung zu denunzieren; dem Vorwurf einer bloß moralisierenden Kritik, die dem Kapitalismus nur seine mangelnde Funktionsfähigkeit vorhalte; dem Verhältnis von Fundamentalkrise und sozialer Emanzipation; dem Vorwurf, die Wert-Abspaltungskritik mache den Fetisch zum Schöpfer einer Welt von Marionetten; und schließlich der Vorstellung von der Krise als einem bloß subjektiven Willensverhältnis ohne jeden objektiven Grund in den Gesetzmäßigkeiten der fetischistischen Reproduktion.

JustIn Monday
DIE DOPPELTE NATUR DES RASSISMUS

Der Text befasst sich mit dem Zusammenhang von Rassismus und Krise. Es wird entwickelt die These entwickelt, dass sich der Rassismus, so wie er heute existiert, aus zwei gegenläufigen Tendenzen zusammensetzt: Neben stereotypen Fremdbildern beinhaltet er auch Selbstbilder, in denen Aussagen darüber getroffen werden, wie der Zusammenhang von Individuen und Gesellschaft beschaffen ist bzw. beschaffen sein sollte. Sowohl die historische Entstehung dieser Vorstellungen als auch ihre Bedeutung für die rassistischen Subjekte differieren erheblich, weshalb im Text versucht wird, im Anschluss an diese Unterscheidung deutlich zu machen, wie sich diese beiden Pole zum krisenhaften historischen Verlauf der Vergesellschaftung durch den Wert verhalten. Denn so sehr RassistInnen auch auf ihr Recht auf Willkür pochen, sind sie doch nicht in der Lage, ihr Denken beliebig zusammenzusetzen. Der Rassismus hat mit der Krisengeschichte nicht nur seine Inhalte, sondern auch das Verhältnis dieser Inhalte zur Form der gesellschaftlichen Beziehungen gewandelt. Dieser Wandel wird aufgezeigt sowohl durch die Analyse zentraler rassistischer Bilder und Theorien, als auch durch Analyse der Probleme, die verschiedene Varianten antirassistischer Reaktionen mit sich gebracht haben und bringen.

Daniel Späth
FORM- UND IDEOLOGIEKRITIK DER FRÜHEN HEGELSCHEN SYSTEME I

Es handelt sich um den ersten Teil eines auf diese und die nächste Ausgabe von EXIT! verteilten Textes, der sich die Aufgabe stellt, den eminenten Status, den Hegel in linksradikalen Theorien bis heute einnimmt, zu desavouieren. Dieser Status rührt - so die These - aus einer Betrachtungsweise, die den kategorialen Bruch negiert, der sich zwischen Hegel und Marx auftut, und stattdessen radikale Kritik als bloßen Wurmfortsatz Hegelscher Reflexionsfiguren erscheinen lässt, deren subversive Potenz in der Zuspitzung seiner Gedanken bestehe, die nur materialistisch auf den Kopf gestellt werden müssten. Diese These soll im zweiten Teil der Arbeit belegt werden, indem die frühen Hegelschen Systeme einschließlich der „Phänomenologie des Geistes“ einer Form- und Ideologiekritik unterzogen werden. Der vorliegende erste Teil untersucht die frühen Religionsschriften Hegels und den in ihnen, insbesondere in „Der Geist des Judentums“ sich manifestierenden Antizionismus. Es stellt sich die Frage nach dessen Existenzbedingung: Ist der Hegelsche Antizionismus ein religiöser Ausdruck der „Politischen Theologie“ oder doch originäre Konsequenz des bürgerlichen „Politikfetischs“?


Horlemann, 2013
221 S.